Lehrgang für höheren Berufsabschluss Nr.: 106000

Meisterlehrgang Informationstechnik
(Teil 1 - 4 in Vollzeit)

Abschluss: Meisterbrief (HWK)
18 Personen
Oldenburg
1.700 UE
Vollzeit

Der digitale Wandel stellt neue Anforderungen an unsere Arbeit. Die technologischen Entwicklungen sind rasant und verändern die Art der Informationsbeschaffung und -verarbeitung, die Art der Kommunikation und letztlich alle Bereiche unseres Lebens.

Der Informationstechnikermeister ist der Meister der Digitalisierung. Er kümmert sich um die Schnittstellen zwischen den Gewerken und Technologien, trägt die Verantwortung für die Einhaltung von Verbraucherschutzrechten und IT-Sicherheit und beurteilt die Wirtschaftlichkeit komplexer Projekte. Kaum ein Beruf steht derart im Zeichen der Zeit und hat bessere Zukunftsaussichten.

Zentrale Aufgabenbereiche des IT-Meisters

  • Energietechnik
    Intelligente Messsysteme ermöglichen eine Kommunikation zwischen dem Kunden und dem Messstellenbetreiber. Über diese Systeme lassen sich Erzeugungs- und Verbraucheranlagen schalten und Messwerte übertragen. Diese Messsysteme sind für die Umsetzung der Energiewende nötig, um ein Gleichgewicht zwischen erzeugter und verbrauchter Energie zu gewährleisten. Zukünftig können auch Kundenendgeräte über das Messsystem gesteuert und variable Tarife genutzt werden.
  • Telekommunikationstechnik
    Die klassische Telekommunikation wurde von der Telefonie über das Internet, kurz Voice over IP, abgelöst. Um eine störungsfreie Kommunikation zu ermöglichen, sind neben den VoIP-Kenntnissen auch tiefere Kenntnisse in der Netzwerktechnik erforderlich, da sich Sprache und Daten die gemeinsamen Übertragungswege teilen müssen.
  • Gebäudeautomation
    Die Gebäude in Gewerbeunternehmen, aber auch im privaten Bereich, werden zunehmend automatisiert. Dieses betrifft insbesondere die Steuerung von Licht, Heizung, Klima, aber auch die Gebäudesicherheit. Die Gebäude kommunizieren dabei, auch über cloudbasierte Lösungen, mit den einzelnen Geräten. Sie übertragen auf das Smartphone des Besitzers u.a. Statusmeldungen und Alarme. IP-Kameras ermöglichen die visuelle Überwachung des Gebäudes und nehmen bei Bedarf auch Bilder auf.
  • Multimedia
    Video, TV und Musik müssen heute unabhängig vom Aufenthaltsort des Benutzers überall im Gebäude mit optimaler Qualität abgerufen werden können. Technologien, wie Kopfstationen, IP-TV und Video-on-Demand verwenden IP-Netzwerke zur Übertragung und lösen dabei zunehmend Kabel- und Satellitentechnologien ab.
  • Netzwerktechnik
    Eine schnelle, störungsfreie Datenübertragung ist die Grundvoraussetzung für die Digitalisierung. Die Übertragung kann drahtgebunden oder drahtlos erfolgen. Hierfür kommen Glasfaser- und Kupferleitungen, aber auch WLAN und Funktechnologien (3G, 4G, 5G) zum Einsatz. Router, Switches, Accesspoints und andere aktive Komponenten ermöglichen die Bildung verschiedener IP-Netze für eine schnelle und sichere Datenübertragung.
  • IT-Sicherheit, elektrische Sicherheit und Datenschutz
    Firewalls, Benutzerberechtigungen, Verschlüsselungen, Schutz vor Manipulation, Ausfallsicherheit und der Schutz von Persönlichkeitsrechten sind die Grundvoraussetzungen für den sicheren Betrieb von Datennetzwerken. Ein Informationstechnikermeister muss die IT-Sicherheitstechnologien beherrschen und sich im Datenschutz auskennen. Um die elektrische Sicherheit zu gewährleisten, sind erweiterte Kenntnisse in den VDE-Vorschriften erforderlich.

Neben den oben genannten Aufgaben muss der Informationstechnikermeister Kunden beraten, Aufwände einschätzen und Angebote erstellen können. Weiterhin ist er für die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und die Abnahme der Systeme verantwortlich. Als Meister bildet er Lehrlinge aus, sorgt für einen reibungslosen Projektablauf beim Kunden und bindet externe Lieferanten mit in die Auftragsbearbeitung ein

Das BFE ist die Meisterschule in Deutschland, die den gesamten Rahmenlehrplan des Zentralverbandes der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) erfüllt. Dieser entspricht 1.700 Unterrichtseinheiten.

Fachbezogenes Modul*
Praxis (Teil I)
Informationstechnik

  • Komplexe Projektierung
  • Planung und Berechnung von IT-Lösungen
  • Fachkalkulation und Realisierung von ganzheitlichen Kundenaufträgen im Schwerpunkt Informationstechnik

Theorie (Teil II)
Elektrotechnische Sicherheit und
Energietechnik

  • Vorschriften (VDE, VDE-Messtechnik)
  • Installationsplanung
  • Blitz- und Überspannungsschutz
  • Grundlagen der Beleuchtungstechnik

Kommunikationstechnologien

  • Übertragungstechnische Grundlagen
  • Telekommunikationstechnik, Tk-Anlagen
  • ADSL / VDSL
  • Sprachübertragung in Datennetzen (Voice over IP - VoIP)

Informationstechnische Gebäudevernetzung

  • Anwendungsneutrale Kommunikationskabelanlagen (EN50173)
  • übertragungstechnische Grundlagen für AV-Systeme
  • Digitale Empfangs und Verteilanlagen (DVB-C, DVB-S)
  • Koaxinstallation

Datennetzwerktechnik

  • LAN, WAN-Technologien
  • Routing, Switching und VLAN
  • IPv4 und IPv6
  • IP-Services (VoIP, IPTV)

IT-Sicherheit

  • Datenschutz und Informationssicherheit
  • Sicheres Unternehmensnetz
  • Firewalltechnik
  • Virtual Private Network (VPN)

Gebäudesystemtechnik

  • Gebäudeautomation mit KNX
  • Visualisieren und Bedienen in der Gebäudesteuerung
  • Integration von Multimedia-Endgeräten
  • IP-Kopplung
  • Smart Metering und Smart Grid Integration

Grundlagen der Lichtwellenleitertechnik (LWL)

  • Montage- und Verbindungstechniken
  • Leitungsmesstechnik
  • Glasfaser-Hausanschlüsse (FTTH)
  • Kunststofflichtwellenleiter (POF)

Betriebsführung Informationstechnik

  • Auftragsabwicklung
  • Betriebsführung und Betriebsorganisation


Fächerübergreifendes Modul*
Betriebswirtschaftliche, kaufmännische und rechtliche Kenntnisse (Teil III)

  • Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen beurteilen
  • Gründungs- und Übernahmeaktivitäten vorbereiten, durchführen und bewerten
  • Unternehmensführungsstrategien entwickeln
Berufs- und arbeitspädagogische Kenntnisse (Teil IV)
  • Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und Ausbildung planen
  • Ausbildung vorbereiten und Einstellung von Auszubildenden durchführen
  • Ausbildung durchführen
  • Ausbildung abschließen
* Um auf aktuelle Entwicklungen reagieren zu können, behält sich das BFE Änderungen der Lerninhalte vor. Lernziele und Ausbildungsdauer entsprechen den vom Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) erarbeiteten Richtlinien und werden laufend durch aktuelle Themen aus der Praxis ergänzt.
  • Informationselektroniker Schwerp. Bürosystemelektrik (HWK)
  • Informationselektroniker Schwerp. Geräte und Systemtechnik (HWK)
  • Informations- und Telekommunikationssystemelektroniker (IHK)

Die Handwerkskammern entscheiden, wer die Voraussetzungen für die Teilnahme zur Meisterprüfung erfüllt. Nur sie können verlässliche Auskunft geben. Gleichwohl gibt es natürlich für jeden E-Meister erfahrungsgemäß Berufe oder Berufsgruppen, die in der Regel besonders gute Chancen auf Zulassung zur Prüfung haben. Um eine erste Orientierungshilfe zu bieten, hat das BFE daher eine aus seiner Sicht sinnvolle Vorauswahl für jeden seiner E-Meister zusammengestellt.

Für folgende Berufsgruppen ist dieser Lehrgang besonders geeignet:

  • Informationselektroniker Schwerp. Bürosystemelektrik (HWK)
  • Informationselektroniker Schwerp. Geräte und Systemtechnik (HWK)
  • Informations- und Telekommunikationssystemelektroniker (IHK)

Mehr als 90 Prozent aller Anmeldungen werden problemlos von den Kammern zugelassen. Es gibt aber auch immer Einzelfälle, bei denen die Entscheidung nicht ganz so einfach ist. Ob exotischer Vorberuf, kurze Ausbildungszeit oder ungewöhnlicher Berufsweg – Claudia Nichau, unsere Beraterin für angehende Meister, hilft bei komplexeren Fragen unter Tel.: 0441 34092-131 weiter und plant mit jedem Interessenten den individuell bestmöglichen Karriereweg.

Der Zulassungsantrag von der Handwerkskammer ist hier zum Download bereitgestellt: Zulassungsantrag Meisterprüfung (HWK)

Der Meisterlehrgang lässt sich in ein fachbezogenes und ein fachübergreifendes Modul untergliedern. Das fachbezogene Modul behandelt im Schwerpunkt die Bereiche Informationstechnik, Kommunikations-, Übertragungs- und Gebäudesystemtechnik in Theorie und Praxis. Es umfasst mit einer Dauer von ca. zehn Monaten (1.360 Unterrichtseinheiten) den Großteil der Meisterausbildung. An seinem Ende stehen die Abschlussprüfungen vor der Handwerkskammer (HWK)*.

Das fächerübergreifende Modul behandelt die Bereiche Wirtschaft und Recht sowie Berufs- und Arbeitspädagogik, dauert ca. zwei Monate (340 Unterrichtseinheiten) und schließt je Bereich mit einer Prüfung ab. Da die Inhalte deutschlandweit standardisiert** sind, können Teilnehmer, die dieses Modul anderweitig absolviert haben, am BFE auch ausschließlich das fachbezogene Modul besuchen. Da das fächerübergreifende Modul dem fachbezogenen vorgelagert ist, können externe Absolventen im Anschluss problemlos zu den anderen stoßen.

Neben dem Präsenzunterricht können Teile der Unterrichtseinheiten als Online-Unterricht (virtuelles Klassenzimmer) durchgeführt werden.

In der abschließenden Meisterprüfung müssen die Teilnehmer unter Beweis stellen, dass sie einen Handwerksbetrieb selbständig führen können. Dazu zählen Leitungsaufgaben in den Bereichen Technik, Betriebswirtschaft, Personalführung und -entwicklung. Außerdem müssen sie die Ausbildung fachgerecht durchführen und ihre berufliche Handlungskompetenz selbständig umsetzen können.

Nach erfolgreichem Abschluss des gesamten Meisterlehrgangs am BFE erhalten die Teilnehmer ein Zeugnis des BFE und eine Meisterprüfungsbescheinigung der HWK. Die Übergabe der Meisterbriefe erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt im Rahmen einer großen Meisterfeier durch die Handwerkskammer Oldenburg.

*Bei Erreichen von mindestens 50% im Teil der Sicherheitsprüfung wird durch die Handwerkskammer (HWK) eine Bescheinigung ausgestellt, die den Eintrag in das Installateur-Verzeichnis ermöglicht. Die hierfür normalerweise aufzuwendenden Kosten in Höhe von ca. 2.200 Euro sind in der Kursgebühr und den Zusatzkosten bereits enthalten.

**Der wirtschaftliche und rechtliche Teil entspricht dem „Technischen Fachwirt“ (HWK), der berufs- und arbeitspädagogische der „Ausbildung der Ausbilder“ (AdA).

Lernmittelgebühren: ca. 490 Euro
Prüfungsgebühren: 860 Euro
Prüfungszusatzkosten: ca. 660 Euro
Am Bundestechnologiezentrum bereiten sich Gesellen und Facharbeiter aus dem gesamten Bundesgebiet auf ihren Meister vor. Für ein Jahr wird Oldenburg dann zu einem Zuhause auf Zeit. Wir unterstützen Sie gerne bei der Vermittlung einer Wohnmöglichkeit.
Claudia Nichau

T 0441 34092-131
E c.nichau@bfe.de

Die Teilnehmer des Lehrganges zum Informationstechnikermeister können während ihrer Lernzeit am BFE verschiedene Zusatzzertifikate / Qualifikationen erlangen. Die Kosten von insgesamt 1.720 Euro sind in den Gesamtkosten des Meisterlehrganges bereits enthalten. Das BFE weist ausdrücklich auf das hohe Einsparpotential hin.

* betriebsbedingte Gründe können zu inhaltlichen Änderungen der nachfolgenden Qualifikationen führen. Hieraus resultiert kein Anspruch auf Erstattung.


KNX-Zertifikatsprüfung (ca. 1.500 Euro)
Das BFE integriert die vollwertige KNX-Zertifikatsprüfung nach Richtlinien der KNX Association in Brüssel in das brandaktuelle Themenfeld „Smart Building/Gebäudeautomation“. Die Prüfung erfolgt direkt durch die dazu besonders zertifizierten BFE-Dozenten. Die Kosten in Höhe von ca. 1.500 Euro sind bereits in der Gebühr für den E-Meister enthalten.

Unternehmermodell nach DGUV Vorschrift 2 „Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit“ (ca. 220 Euro)
In Deutschland muss sich jeder Arbeitgeber/Unternehmer regelmäßig durch Fachkräfte sicherheitstechnisch und betriebsärztlich betreuen lassen (Arbeitsschutzgesetz, DGUV-Vorschrift 2). Bei Kleinbetrieben, mit bis zu 50 Mitarbeitern, kann der Arbeitgeber oder ein verantwortlicher Mitarbeiter bei entsprechender Qualifikation den betrieblichen Arbeitsschutz selbst organisieren. Der erste Baustein ist das "Unternehmermodell - Grundseminar".

Das Zertifikat ist daher für eine spätere Selbstständigkeit wichtig. Die hierfür normalerweise aufzuwendenden Kosten in Höhe von 220 Euro sind in der Kursgebühr und den Zusatzkosten enthalten.

Dozenten
  • Heiner Albers
  • Thomas Ernst
  • Dennis Gatzke
  • Matthias Korth
  • Johannes Meyer
  • Ramon Meyer
  • Andreas Mühlbeier
  • Silvia Seeberg
  • Werner Stelter
  • Fred Eilers
  • Fabian Hartig
  • Oliver Jorns
  • Volker Klockgeter
  • Andreas Müller
  • Detlef Petermann
  • Tanja Schmidt
  • Werner Schmit
  • Raimund Wiesmann
  • Matthias Wilken
  • Thomas Wübbe
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14.290 €

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